Home | Kontakt | Gästebuch | Links

„Sexualerziehung“ durch Pro Familia in der Schule?

Diese Seite dokumentiert und kristisiert das „Peer-Education-Projekt“ mit Namen „Freundschaft, Liebe, Lust und so“, das seit Herbst 2004 von Pro Familia Gießen an vier Schulen in und um Gießen vorbereitet und durchgeführt wird.

Am 17.03.2005 veröffentlichten wir dazu einen Offenen Brief (Text siehe unten) und ein Musterschreiben, mit dem Eltern der Teilnahme ihrer Kinder an diesem und ähnlichen Projekten von Pro Familia widersprechen können.

Aktualisierung und Abschluß (17.06.2005):

Wir danken Frau Kultusministerin Wolff, Frau Sozialministerin Lautenschläger, einem Referenten des Kultusministeriums und dem Staatlichen Schulamt Lahn-Dill / Limburg-Weilburg für die Antworten und Rückmeldungen!

In Summe wurde bestätigt, daß Projekte und externe Angebote zur schulischen Sexualaufklärung nur unterrichtsergänzend sowie in Anwesenheit und Verantwortung einer Lehrkraft durchführbar sind, wobei die Sexualaufklärung in vorheriger Absprache mit den Eltern zu gestalten ist.

Die wesentlichen Fragen an das Ministerium sind beantwortet und besprochen, daher haben wir die Aktion abgeschlossen. Wir bitten Sie, das Musterschreiben nicht mehr an das Hessische Kultusministerium zu senden.

Da ähnlich einseitige Bestrebungen und Aktivitäten auch in anderen Bundesländern zu beobachten sind, halten wir die Inhalte dieser Seite zur Dokumentation vorerst weiter online.

Welche Träger die einzelnen Schulen und Lehrer nun einladen, und wie sie dadurch welche Ziele zu erreichen suchen, möchten wir weiterhin zu bedenken geben. Die angeschriebenen Schulen und Elternvertreter konnten oder wollten sich dazu jedenfalls nicht äußern – schade und fragwürdig.

Hinweis (17.02.2006):

Im Dezember hat Pro Familia Gießen in einer Pressemitteilung angekündigt, die Abtreibungseinrichtung („Medizinisches Institut“) in Gießen zum Jahresende 2005 zu schließen. Mehr dazu an anderer Stelle.

09.12.2005 Gießener Allgemeine: Bald keine Abtreibungen mehr bei Pro Familia
09.12.2005 Gießener Anzeiger: Pro Familia schließt Medizinisches Institut

Dokumentation

06.10.2004 Gießener Allgemeine: Jugendliche sollen ihre Mitschüler aufklären
06.10.2004 Gießener Anzeiger: Jugendliche sollen über Sexualität aufklären
11.11.2004 Gießener Magazin Express: Gleich und gleich ...
01.02.2005 HR Hessenschau: 14jährige Sexperten
21.02.2005 HR hessen fernsehen: Wenn das Kondom zu groß ist ...
11.03.2005 Gießener Anzeiger: Pro Familia besucht Jossatalschule

Vgl. hierzu:
Rahmenplan Sexualerziehung des Hessischen Kultusministeriums
Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen des Bayerischen Kultusministeriums (als Beispiel eines anderen Bundeslandes)

Da manche vielleicht von der Schärfe der Kritik irritiert und mit dem Kontext der Organisation wenig vertraut sind, hier ein Beispiel zu Art und Qualität der „Pädagogik“ (vgl. mit den Zielen von Rahmenplan und SchKG!). Zum Ansehen, die rot markierten Webadressen bitte von Hand in die URL-Zeile Ihres Browsers kopieren.

Jugendprojekt der Pro Familia Rüsselsheim
www.sex-extra.de/index2.html – Startseite „Sex Extra“
www.sex-extra.de/drogen/index.htm – Sex unter Drogen
www.sex-extra.de/Sehtest/sehtest.html – „Zu wenig Sex ist schlecht für die Augen“
www.sex-extra.de/int/Das_erste_Mal/FLOPS/flops.html – „Diese Liste soll euch eine Hilfsstellung geben für euer erstes Mal“
www.sex-extra.de/Verhuet/Unfalle/unfalle.html – „Bei Versagen der 'Pille danach' gibt es keine Fruchtschäden“
www.sex-extra.de/sexperten – Sexperten
www.sex-extra.de/sexperten/BANANE/banane.html – „Bananasex“
www.sex-extra.de/sexionaer/index.html – Wie werde ich Sexionär? „Drei Level sind zu schaffen, erst ab zu Pro Familia, dann zur Apotheke und dann ins Kuschelnest.“.
[Unter den Links finden sich Verweise auf www.dreix.de (Betreiber von www.sexlex24.de), www.8ung.at/teenagerliebe („für 12-17jährige Mädchen“), www.planet-liebe.de (kommerzielle Seiten) sowie auf den Kessel Sexual Healthcare Online-Shop, Mörfelden-Walldorf, www.kessel-marketing.de (Nachfolgeunternehmen der ehemaligen Pro-Familia-Vertriebsgesellschaft, im gleichen Haus und unter gleichem Geschäftsführer wie die Contragest GmbH, www.contragest.de, die für den Alleinvertrieb der Abtreibungspille „Mifegyne“ (RU 486) in Deutschland gegründet wurde.]
www.profamilia-ruesselsheim.de/projekt1.htm – Beschreibung zum „Projekt Interaktive Sexualpädagogik“

Offener Brief

Offener Brief an

Frau Kultusministerin Karin Wolff,
Frau Sozialministerin Silke Lautenschläger,

das Staatliche Schulamt Gießen/Vogelsberg,
das Staatliche Schulamt Lahn-Dill/Limburg-Weilburg,

Schulleitung und Elternbeirat der
Gesamtschule Hungen,
Gesamtschule Ost, Gießen,
Kestnerschule, Wetzlar,
Liebigschule, Gießen,

sowie den BKK-Bundesverband
als zusätzlichen Sponsor von Pro Familia

Gießen, 17.03.2005

Projekt "Freundschaft, Liebe, Lust und so" von Pro Familia an hessischen Schulen

Sehr geehrte Frau Kultusministerin,
sehr geehrte Frau Sozialministerin,
sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Befremden beobachten wir und einige hessische Eltern den Versuch von Pro Familia, unter dem Deckmantel von "peer education" neue Zugangswege zu immer jüngeren Schülerinnen und Schülern aufzubauen (siehe auch Hessenschau vom 01.02.2005).

Da die Thematik für die meisten hessischen Eltern von Bedeutung ist, erlauben wir uns, Ihnen folgende Punkte und Fragen als offenen Brief weiterzugeben.

  1. Methodik und Inhalt: Bei dem Projekt geht es offensichtlich nicht vorrangig um die Methodik der "peer education", wie man diese auch beurteilen mag, sondern um das Einbringen von Ansichten und Werthaltungen einer äußerst umstrittenen Organisation. Sonst könnte solch ein Projekt auch eigenverantwortlich von Schulen und mit dem im Unterricht ohnehin vorgesehenen Material ohne Beteiligung von Pro Familia oder unter Einbezug der Lehrer durchgeführt werden. Wir fragen, ob die von Pro Familia in den rund 15 Trainingsstunden effektiv vermittelten Inhalte und Ansichten vom Kultusministerium geprüft, befürwortet und freigegeben wurden. Weiter fragen wir, ob in vergleichbarer Weise Parteien, Kirchen, Gewerkschaften oder andere gesellschaftliche Institutionen Raum haben, den Unterricht in pädagogisch besonders heiklen Bereichen derart maßgeblich zu "ergänzen".
     
  2. Kompetenz: Es ist absurd, daß 14- und 15-jährige Jugendliche sich gegenseitig über schwierige und lebensentscheidende Themen wie Beziehungen, Sexualität oder Schwangerschaftsabbruch aufklären sollen, mit denen sie so gut wie keine Erfahrung und schon gar keine Urteilsfähigkeit aus dem weiteren Lebensablauf haben. Diese Absicht bedeutet völlige Überforderung und grenzt an Mißbrauch der Jugendlichen für eigene Zwecke. Es liegt auf der Hand, daß hier maximal vorgefertigte Inhalte transportiert werden können - Auffassungen einer Organisation, die seit Jahrzehnten für die völlige Freigabe und Praktizierung von Abtreibung kämpft.
     
  3. Pädagogik: Nach dem Hessischen Rahmenplan ist Sexualerziehung eine fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgabe der Schule und ein wesentlicher Bestandteil der Gesamterziehung junger Menschen, Es ginge darum, "... den jungen Menschen zur sittlichen Persönlichkeit zu bilden ...(HV Art56 (4))." Aus der Projektbeschreibung liest sich jedoch zwischen den Zeilen, mit adäquater Aufklärung seien die Lehrer überfordert und benötigten die Ergänzung durch von Pro Familia in einem 15-stündigen Crashkurs trainierte 14-jährige "Sexperten": "Die geschulten Jugendlichen ... sind glaubwürdig für Gleichaltrige und stehen für eine Verlässlichkeit der Informationen." Wir fragen das Kultusministerium, warum wohl diese "Methode" nicht auch in anderen, weniger sensiblen Fächern Eingang findet, und wie es dem benannten "Glaubwürdigkeits- und Verläßlichkeitsproblem" des hessischen Lehrkörpers begegnet.
     
  4. Verantwortung: Sexualerziehung ist "in einem sinnvollen Zusammenwirken von Schule und Elternhaus zu erfüllen" (Rahmenplan). Durch das Projekt wird die Erziehungskompetenz und Erziehungsverantwortung der Eltern weiter geschwächt. Die 14-jährigen "Sexperten" sehen die "Aufklärung" ihrer Mitschüler sicherlich als aufregendes Abenteuer, können aber für die Folgen in deren Leben nicht zur Verantwortung gezogen werden und werden wohl auch nie erfahren, was ihre gut gemeinte Tätigkeit an Negativem bewirken kann. Wir fragen, ob die Eltern aller Jugendlichen, in deren Klassen das Projekt durchgeführt wird, über die Inhalte, Ziele und Hintergründe ausreichend informiert sind und dem zustimmen.
     
  5. Aufsichtspflicht: Ausgerechnet bei einem solch sensiblen Thema sollen laut Projektbeschreibung die Schüler während der Unterrichtszeit allein unter sich sein, so daß die Lehrer Reaktionen, Falschinformationen, Grenzüberschreitungen oder etwaige Übergriffe nicht bemerken und auch nicht in den weiteren Unterricht einbeziehen können. Wir fragen das Kultusministerium und die Schulleitungen, ob dies pädagogisch sinnvoll und rechtlich zulässig ist.
     
  6. Jede Abtreibung zerstört Leben: Nicht nur das Leben des ungeborenen Kindes, sondern sehr häufig auch das der Mutter. Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich und empörend, junge Mädchen erst zu verfrühtem Geschlechtsverkehr und dann zu einer Abtreibung zu verleiten. Uns steht vor Augen, wie junge Mädchen weinend von einer Freundin erzählen, die sich nach einer Abtreibung völlig isoliert hat und psychisch wie schulisch eingebrochen ist. In der Ende 2004 erschienenen Pro-Familia-Broschüre für Jugendliche "Ich will noch kein Kind. Informationen zum Schwangerschaftsabbruch" wird aus unserer Sicht erneut Abtreibung bagatellisiert, in keiner Weise auf das ungeborene Kind und sein Lebensrecht eingegangen, sondern stattdessen deutlich darüber "aufgeklärt", welch unkomplizierter Eingriff eine Abtreibung sei und unter welchen Bedingungen eine Abtreibung auch ohne Wissen und Zustimmung der Eltern erfolgen kann.
     
  7. Ziele und Erfolgsmessung: Laut Pro Familia verlief ein ähnliches Projekt im Saarland "erfolgreich". Wir fragen, ob damit die Abtreibungsquote gemeint ist, die sich im Saarland in den letzten sieben Jahren um fast 50 % erhöht hat, und ob folglich durch das Projekt Auslastung und Akzeptanz der äußerst umstrittenen Abtreibungszentren erhöht werden soll, die Pro Familia auch in Saarbrücken und in Gießen betreibt. Wir fragen Schulleitungen und Elternbeiräte, welche Ziele ihnen für die Aktion genannt wurden, ob Sie diese teilen und ob die angegebenen Ziele durch die Maßnahmen erreicht werden können.
     
  8. Soll-Ziel: Die Abtreibungsquote ist in Hessen zwischen 1997 und 2003 um 28 %, die Zahl von Abtreibungen bei Minderjährigen bundesweit im gleichen Zeitraum um 44 % gestiegen. Dies liegt nicht primär an fehlendem Verhütungswissen, sondern an der massiven und zunehmenden Frühsexualisierung. Wohin die ideologisch und kommerziell getriebenen "Aufklärungskampagnen" der letzten 20 Jahre führten, sehen wir nun. Wir fragen, ob die hessische Landesregierung alternative Konzepte, Kampagnen und Materialien unterstützt (hat), um diesen Trend wirkungsvoll zu stoppen. Wir fragen auch, was Kultusministerium und Schulämter unternehmen, um Kindern und Jugendlichen ein geschütztes Aufwachsen auch im sexuellen Bereich zu ermöglichen.
     
  9. Strategie: Die Stichwortreihe zu Einheit 2 ist selbstredend: "Verhütungsmittel, Vor- und Nachteile, Pille danach, schwanger werden, Abbruch." Pro Familia kämpft seit Jahrzehnten in Deutschland für die völlige Freigabe und alltägliche Durchführung der Abtreibung und betont stets die enge Zusammenarbeit mit ihrem abtreibungsorientierten Dachverband IPPF und der US-amerikanischen Schwesterorganisation PPFA, zu der nach eigenen Angaben 866 Abtreibungszentren (euphemistisch "health center") in den USA zählen. Pro Familia versucht seit Jahren, Abtreibung als Mittel zur Familienplanung zu bezeichnen und zu etablieren. Wir fragen, ob die strategische Dimension der Arbeit von Pro Familia und des "peer-education-Projekts" hinreichend bekannt sind.
     
  10. Interessenkonflikt: Der Hessische Rechnungshof forderte im Frühjahr 2004 in einem begründeten Gutachten, Pro Familia die Zulassung für ihre SchKG-Beratungsstellen zu entziehen, da auch in Giessen, Kassel und Rüsselsheim Beratungsstelle und Abtreibungseinrichtung organisatorisch und wirtschaftlich nicht hinreichend getrennt seien, außerdem habe Pro Familia für sexualpädagogische Gruppenveranstaltungen dem Land Hessen rund 98.000 Euro zu viel abgerechnet. In Berlin und Hamburg ist Pro Familia Mitträger eines Abtreibungszentrums, in dem gleichzeitig auch SchKG-Beratung durchgeführt wird, was laut Gesetz nicht sein darf. Wir fragen, ob einer Organisation, die derart einseitige Ziele verfolgt, erlaubt werden darf, die Sexualerziehung in den Schulen maßgeblich und teilweise ohne Lehrkräfte mitzugestalten.
     
  11. Rechtskonformität: Pro Familia Kassel mußte im Sommer 2004 auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft ihre Webseiten ändern, da darauf in rechtswidriger Weise (Verstoß gegen § 219a StGB) für Abtreibungen bei Pro Familia Kassel geworben wurde. Da andere Pro-Familia-Einrichtungen nicht darauf reagierten, laufen nach unserem Kenntnisstand an mehreren Orten weitere Ermittlungsverfahren gegen Pro Familia. Wir fragen, ob es angemessen ist, bewußt eine Organisation in die Schulen einzuladen, der im Kernbereich ihrer Tätigkeit wiederholt und begründet rechtswidriges Verhalten vorgeworfen wird.
     
  12. Entwicklungspsychologie: Aus der Beratungsarbeit ist seit langem bekannt, daß früher sexueller Kontakt die gesunde Entwicklung einer tragfähigen Beziehung massiv behindert und häufig zum Zerbrechen der Beziehung führt. Weiter ist bekannt, daß mit der Zunahme sexueller Aktivität bei Jugendlichen die schulische Lern- und Leistungsfähigkeit sinkt, sowie die Gefahr der Suchtmittelabhängigkeit steigt. Pro Familia hingegen propagiert eine rein hedonistische (lustorientierte) Sexualpädagogik, bei der das unbeschränkte Ausleben der eigenen Sexualität und der Spaßfaktor im Vordergrund stehen, solange man sich gut dabei fühlt und nicht zu etwas gezwungen wird. Wir fragen, ob die verstärkte Einladung von Pro Familia in die Schulen nicht kontraproduktiv zu den Erkenntnissen aus den PISA-Studien ist.
     
  13. Wissenschaftlichkeit: Pro Familia arbeitet in bezug auf das ungeborene Leben regelmäßig mit schwammigen, ausweichenden Begrifflichkeiten und eigenartigen Definitionen, die nicht zu anspruchsvollem Schulunterricht passen. Beispiel: Frau Knittel (damals Geschäftsführerin von Pro Familia Hessen) im HR-Schulfernsehen (20.04.1998) auf die Frage "Wann ist der Mensch ein Mensch?": "Menschliches Leben beginnt für mich grundsätzlich an der Stelle, wo eine Frau ihre Schwangerschaft akzeptiert." Im Zusammenhang mit der "Pille danach" spricht Pro Familia davon, dass eine Schwangerschaft (und damit implizit menschliches Leben) erst mit der Nidation beginnt - jedes Medizinlexikon sieht das anders.
     
  14. Nebeneffekte: Pro Familia nutzt seit über einem Jahr jede Gelegenheit, um für eine rezeptfreie Zulassung des Hormonpräparats "Pille danach" zu werben, was von zahlreichen Experten begründet abgelehnt wird: Das Präparat hat frühabtreibende Wirkung, da es die Einnistung eines bereits lebenden Embryos (den Pro Familia häufig irreführend "befruchtete Eizelle" nennt) in der Gebärmutter verhindert und zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann. In Widerspruch zur Fachinformation des Herstellers Hexal, in der dringend davor gewarnt wird, wirbt die Pro-Familia-Ärztin Ines Thonke auch für die regelmäßige Anwendung der "Pille danach": "Wenn eine Frau nur ein-, zweimal im Monat Sex hat, ist es schonender, mit der 'Pille danach' zu verhüten, als täglich eine zu schlucken." Da die "Pille danach" gleich prominent in der zweiten Trainingseinheit für die "Sexperten" vorkommt, fragen wir Schulleitung, Schulamt und Kultusministerium, ob hier nicht dringender Handlungsbedarf besteht, um ethisch nicht vertretbare, medizinisch gefährliche und sachlich einseitige Propaganda zu verhindern?
     
  15. Schließlich fragen wir den BKK-Bundesverband, wie er eine Organisation - neben all den Vergütungen und Zuschüssen, die sie ohnehin von der öffentlichen Hand bekommt - zusätzlich finanziell fördern kann, die die Menschenwürde ungeborer Kinder mit Füßen tritt und tausende ungeborene Kinder in ihren Abtreibungszentren selbst getötet hat. Dem BKK-Bundesverband dürfte bekannt sein, daß auf Lebenszeit gesehen die Folgekosten einer Abtreibung durch die Behandlung der Frauen, die jahrzehntelang unter dem Post-Abortion-Syndrom leiden, um ein Vielfaches höher liegen als die Unterstützung, die eine Mutter mit "Kind zum ungeplanten Zeitpunkt" übergangsweise benötigt.
     
  16. In diesem Zusammenhang fordern wir den BKK-Bundesverband im Interesse der Mitglieder der angeschlossenen Krankenkassen auf, die finanzielle Unterstützung von Pro Familia umgehend einzustellen. Es darf nicht sein, daß fast alle bei Pro Familia durchgeführten Abtreibungen zu Recht keine Kassenleistung sind, da sie nach sozialer Indikation erfolgen und somit rechtswidrig (aber straffrei, siehe BVerfGE 88, 203) sind, nun aber ausgerechnet der BKK-Bundesverband durch die Hintertür die Vernichtung menschlichen Lebens honoriert.
     

In Summe sind wir der Auffassung, daß das Projekt dem hessischen Rahmenplan zur Sexualerziehung sowie grundlegenden pädagogischen Konzepten massiv widerspricht und deshalb in hessischen Schulen nichts zu suchen hat.

Wenn Hessen für sich beansprucht, "Zuhause der Zukunft" zu sein, scheinen uns einige Kurskorrekturen (oder eine Umdefinition von "Zuhause") nötig. Eine davon wäre die umfassende Abkehr von der kinder- und familienfeindlichen Einflußnahme durch "Pro Familia".

Wir bitten Sie nachdrücklich, dafür Sorge zu tragen, dass die hessischen Schüler/innen angesichts der zunehmenden Wertelosigkeit in unserer Gesellschaft fundierende Werte und motivierende Beispiele dafür erhalten, wie Ehe und Familie auf der Basis lebenslanger Liebe gelingen können und wie die Jugendlichen ihre erwachende Sexualität zu personaler Reife und erwachsener Liebe führen können.

Gleichzeitig bitten wir Sie um eine Stellungnahme, die wir unter www.ak-lebensrecht.de/schule.html gerne den Eltern zugänglich machen werden. Dort bieten wir hessischen Eltern auch mit einem Musterbrief die Möglichkeit, der Sexualaufklärung durch Pro Familia in der Schule zu widersprechen.

Mit freundlichen Grüßen


Seite weiterempfehlen · Kommentar